Allgemeine Vorstellung

Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien ist die Organisation, durch welche sich die Gemeinschaften rumänischer Bürger deutscher Ethnie im politischen Leben Rumäniens selbst vertreten.
Die Deutschen Rumäniens sind vollberechtigte Bürger des modernen rumänischen Staates. Sie sind nicht nach dessen Entstehen eingewandert, sondern waren damals schon bodenständig und haben zu seinem Entstehen beigetragen:
  • Seit dem 12. Jahrhundert leben im Zentrum des heutigen Rumänien die Siebenbürger Sachsen als eine sowohl politisch als auch kirchlich verfasste Gemeinschaft. Innerhalb des Staates waren sie durch Rechte und Pflichten mitverantwortlich. Zusammen mit den „Sachsen“ leben die im 18. Jahrhundert aus Österreich „transmigrierten“ protestantischen „Landler“.
  • Im 18. Jahrhundert werden im Umkreis von Sathmar/Satu Mare im Nordwesten des heutigen Rumänien Deutsche angesiedelt, die „Sathmarer Schwaben“.
  • Ebenfalls im 18. Jahrhundert wird das Banat im Südwesten des heutigen Rumänien durch deutsche Kolonisten aus dem Westen Deutschlands besiedelt, den „Banater Schwaben“.
  • Im Bergland des Banats werden im 18. Jahrhundert Fachleute aus der Steiermark angesiedelt.
  • Auch in der Maramuresch, im äußersten Norden des heutigen Rumänien, leben seit dem 18. Jahrhundert deutsche Siedler, die man als „Zipser“ kennt.
  • Nach der Angliederung des Buchenlandes an Österreich (1774) entsteht auch im Nordosten des heutigen Rumänien, in der Bukowina, ein intensives wirtschaftliches und kulturelles Leben deutscher Sprache.
    Die Bukowinadeutschen wurden durch Hitler nach Deutschland „umgesiedelt“; nach 1945 sind nur wenige zurückgekehrt. In Bessarabien, zwischen den Flüssen Prut und Dnjester, waren zu Beginn des 19. Jahrhunderts Deutsche angesiedelt worden. Bessarabien wurde 1940 an die Sowjetunion abgetreten, die Deutschen der Region wurden 1940 „umgesiedelt“.
  • Auch in der Dobrudscha, am Schwarzen Meer, entstanden einige deutsche Dörfer. Ihre Bewohner wurden 1940 „umgesiedelt“.
  • In den alten rumänischen Fürstentümern Moldau und Walachei (die seit 1859 als Rumänien vereint sind) leben seit langem, besonders aber seit dem 18. Jahrhundert, Kaufleute, Handwerker, Intellektuelle deutscher Sprache, in Kirchengemeinden und Vereinen verbunden.

         In dem seit 1918 vereinigten Großrumänien wohnten nahezu 800.000 Bürger deutscher Ethnie. Die Vertreter ihrer unterschiedlichen Gruppen waren in der deutschen Fraktion des Rumänischen Parlaments politisch zusammengeschlossen.
Während der Zeit faschistischer Diktatur (1940-1944) wurden sie als „Deutsche Volksgruppe in Rumänien“ organisiert und unterlagen der Bevormundung durch das Deutsche Reich. Die Deutschen der Bukowina, Bessarabiens und der Dobrudscha wurden nach Deutschland „umgesiedelt“; 63.000 Rumäniendeutsche wurden durch ein zwischenstaatliches Abkommen an deutsche militärische Verbände überstellt.
Nach 1945 wurden die Deutschen Rumäniens kollektiv diskriminiert und weitestgehend enteignet. 
         Auch die politischen Bürgerrechte wurden ihnen bis 1949 genommen. 75.000 von ihnen wurden zur Zwangsarbeit in die Sowjetunion deportiert. 
         Die dadurch unter den Rumäniendeutschen ausgelösten Auswanderungsbestrebungen wurden nach 1970 von der Bundesrepublik Deutschland gefördert. 1989 lebten rund 200.000 Rumäniendeutsche in Rumänien. 2002 wurden 60.000 gezählt.
Im Zeichen der Wende 1989/1990 haben sich die Deutschen Rumäniens im Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien (DFDR) eine politische Vertretung gegeben. Das DFDR ist in Ortsforen, Kreisforen und Regionalforen (Altreich, Banat, Buchenland, Nordsiebenbürgen, Siebenbürgen) gegliedert. 
         Der Sitz der Zentrale ist z.Z. in Hermannstadt: Ro, 550185 Sibiu, Str. Gral Magheru 1-3, 0040-269-217841